Milo Rau & Ulf Kubanke bei der Afterparty nach dem Auftakt beim „Prozess gegen „Deutschland“. Thalia Theater, 13. Februar 2026. Fotocredit: (c) Zizino Kubanke
Ulf Kubanke mit einem ganz und gar subjektiven Eindruck von Milo Raus „Prozess gegen Deutschland“ im Hamburger Thalia Theater.
„First Murderer:
Banquo: “It will be rain tonight.”
First Murderer: “Let it come down.”
(Macbeth, Akt II, Szene 3)“
„Kunst wird dann interessant, wenn wir vor etwas stehen, das wir nicht restlos erklären können.“
(Christoph Schlingensief)






38 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort
Korrektur: Sofort, als Sommer-82-Wandbecker, wegen des lokalen Bezugs und des U-Bahnhofs Jungfernstieg, wo ich im Foto-Fix-Automaten, frisch von drüben, erste, noch verwunderte Selbstporträts machte.
„Mir gefällt Ulf Kubankes Struktur und Stil, dass weder Mühe noch Druck aufgebaut oder Dampf abgelassen wird, sondern dass seine Gedanken sehr ausbalanciert, empathisch…“
Oh bitte hör nicht auf.
🤘🤘🙏🙏
Ja, danke, mein Lieber.
Freut mich sehr, besonders von dir.
Diese Automaten gibt es hier immer noch. Zumindest an der Schanze.
Und hey, ich kann das liebe Kompliment nur zurück geben. Deine Art des Schreibens und Wahrnehmens macht sogar jeden nebenher erbrachten Comment zum essayistischen Ereignis. 🏴☠️
Erfrischend nach den ganzen Cordhutcomments hier umzu.
Bei d i r würde mich wirklich interessieren, was du von Teil 2 hältst.
Nur zusammen ist es philosophisch und perspektivisch komplett.
Liebe beide, ich erfreue mich sehr an Eurem schönen Gespräch hier! Nun noch der Link zu Teil 2 von Ulfs Beobachtungen des „Prozesses gegen Deutschland“, erschienen bei dem befreundeten Blog der „Kolumnisten“: https://diekolumnisten.de/2026/02/20/zwischen-sicheln-und-sensen/
Mir gefällt der Text sehr gut.
Sofort, als Sommer-82-Wandbecker, wegen des lokalen Bezugs und des U-Bahnhofs Jungfernstieg, wo ich im Foto-Fix-Automaten, frisch von drüben, einst erste, noch verwundete Selbstporträts machte.
Weiter, als Fünf-Ender-studentische Hilfe an der Schaubühne, vor allem auch an die Karriere meines in Rostock ausgebildeten Schauspieler-Bruders Ralf denkend, der zuletzt über Marbach ans Thalia sollte – und zuvor von einem Stasi-Killer in der vierspurigen Autobahnkurve am Honda-Hinterrad touchiert wurde.
Wegen Ralfs „Leitplanken“ aus dem 4. Band der Dietz-Ausgabe von Rosa Luxemburg (ja, auch der mit der Freiheit der anderen), wie: „Das alles zeigt, dass der ,schwerfällige Mechanismus der demokratischen …‘ ein kräftiges Korrektiv hat – eben in der lebendigen Bewegung der Masse, in ihrem unausgesetzten Druck.“ (Der ganze zu empfehlende Abschnitt: S. 355 a.a.O.)
Mir gefällt Ulf Kubankes Struktur und Stil, dass weder Mühe noch Druck aufgebaut oder Dampf abgelassen wird, sondern dass seine Gedanken sehr ausbalanciert, empathisch und doch keinesfalls unkritisch komponiert sind.
Ich kenne niemanden in der AfD, ich kenne das Parteistatut nicht. Bei der ersten Kenntnis sendeten meine Erinnerungen nach Millisekunden Auftritte der Blaumiese im Pepperland.
Jetzt habe ich auf der Seite der „Landeszentrale für politische Bildung“ das Wahlprogramm der AfD zur Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg kursorisch überflogen.
Überschrift: „Unser Land verdient ein Comeback.“ Mit einem „9-Punkte-Sofortprogramm für die ersten 100 Tage“ – gesellschaftliche Problemzonen aus dem Internet zusammengekehrt.
Fett gedruckt aber: „Wir wissen, dass Ideenreichtum und Fleiß der Baden-Württemberger uns auch aus dieser hausgemachten Krise herausbringen können. Es wird nicht das erste Mal sein, dass unsere Bürger schwierige Situationen nicht nur überstehen, sondern erfolgreich meistern.“
Wenn nun das größere Ungeschick – als langjähriger freier ARD-Mitarbeiter, sage ich mal – aus den eigenen Reihen durch Anja Reschke, wenn auch mit hehren Sinnen, ausgesprochen wird, dann klingt das leider so: „Nicht von dem einen mir sagen lassen, das muss ich denken, sondern: Ich kann auch diese Meinung haben. Das meine ich mit Erziehung an mündigen Bürgern, und das ist schon unsere Aufgabe.“
()
Erziehung ist nicht Aufklärung. Das sind ja auch irgendwie zwei nicht so identische Wörter.
Und damit bin ich wieder bei Ulf Kubankes vorzüglichem Text – Tadel wegen des zu vielen Lobes? Wenn ich mich freue, lobe ich gern –, und dem „Prozess gegen Deutschland“ von Milo Rau plus Pro-und-Contra-Ensemble aus bekannten Persönlichkeiten.
Mein Interesse gilt – aus Sympathie dem einen oder der anderen – vor allem unserem freiheitlich-demokratischen Rechtssystem. Es geht nicht um Links und Rechts, das sind Machtfarzereien. Wer aber das nicht vertritt, trifft bei mir auf kein Echo. Das ganze Agenda-Geschrei von rechts und links geht „hier rein und da raus“.
Obwohl nicht direkt anweisend, kann ich
a) dank Ulf Kubankes Denkansatz teilen: „Vielen Dank an Milo Rau samt aller Beteiligten für ein – trotz kleiner Schwächen und Unwägbarkeiten – herausragendes Theaterexperiment auf philosophischem wie philanthropem Weltniveau.“
Ich hätte es mir irgendwo welterfahrener sagen können.
Und
b) wegen Rosa Luxemburg: Frau Dr. Liane Bednarz, die wissend, gelehrt, aber nicht belehrend und beherzt auf das „Ein- und Entgegenwirken durch Dialog“ setzt, um den „Druck“ aus den Köpfen zu nehmen.
Es muss nicht bei den Blaumiesen bleiben. Deren Chef ändert nämlich seine Meinung – und die Blue Meanies schließen sich ihren neuen Freunden John, Paul, George und Ringo an und feiern mit ihnen.
Deswegen bin ich für die Ausführungen von Liane Bednarz beim „Prozess gegen Deutschland“ – für Demokratie, Recht und Freiheit.
De Profundis:
Und nein, ich spare mich auch selbst nicht aus.
Was habe ich ganz subjektiv für Gefühle zur Problematik?
Hier das Yang zum Yin:
Ulf Kubanke – „Zwischen Sicheln und Sensen“
Video-Clip:
https://youtu.be/DxQN6omwGfI?si=3JxGQ1WAw8n241MU
&
Artikel:
https://diekolumnisten.de/2026/02/20/zwischen-sicheln-und-sensen/
Ich hatte nach einem Verriss Hausverbot im Thalia-Theater:
https://www.welt.de/welt_print/kultur/article9817417/Nicht-satisfaktionsfaehig.html
Weiß nicht, ob es inzwischen aufgehoben wurde.
Tja, Alan.
Das weiss ich natürlich auch nicht.
Wenn Du da ähnlich dicht am Thema warst, wie hier bei mir….
Ja nun, dann glaube ich eher, das ist wie bei Kinks und Amerika gelaufen
Aber was weiß ich schon….🏴☠️
Da hätte ich geren deinen ganzen Artikel gelesen. Aber die Zitate sind schon so großartig, dass ich vor Begeisterung brüllen musste und dachte: So möchte ich auch mal Verrisse schreiben. Diese Thalia-Theater-Freaks scheine ja wahre Stalinisten zu sein…..
Habe mal, liebe Liane Bednarz,
tatsächlich die AfD, also die AfD-Stadtratsfraktion von Halle verteidigt dagegen, dass ihr die Stadtrats-Mehrheit die ihr zustehenden Sitze in den Ausschüssen nicht zugestehen wollte.
Vier Verfahren. Alle gewonnen.
https://dubisthalle.de/sondersitzungen-noetig-die-naechste-klage-der-afd-gegen-den-halleschen-stadtrat/
Schon nach dem dritten Urteil sagte ich dem Beigeordneten:
„Bisher habe ich mich ja an der Sturheit Ihres Stadtrates nur dumm verdient. Würde mich aber gern noch dumm und dämlich verdienen.“
„Ich fürchte, sie haben es jetzt begriffen.“ Erwiderte dieser.
Hm, hätte ich jetzt noch mit ihm ne After-Show-Party machen sollen?
Haste dich in der Tür geirrt?
Kann passieren.
Liane und ich sehen einander ja recht ähnlich.
Ihr Thread: nebenan
Mein….hust….Thema hier.
Schaffste schon.
Übrigens, Herr Kollege Kubanke,
kann man sich als Anwalt an der Ungebildetheit der Partyfreunde in den Rathäusern noch immer dumm und dämlich verdienen. An dieser z.B.: https://www.bild.de/politik/inland/hoecke-rausgeworfen-dortmunds-ob-stoppt-afd-event-69983c90ee35d0f0647c1b51
Dicht am Thema.
Es gibt offenbar noch ein paar aufrechte konservative Demokraten in der CDU. Dank an diesen OB.
Hat abermals nichts mit Ulfs Text zu tun, Herr Zimmer.
Ich bin überzeugt, lieber Ulf Kubanke:
Mein „Verteidiger“ am 14. September 1984 vor dem Obersten Gericht der DDR und mein Ankläger und meine drei Richter, von denen ich hier erzähle …
https://starke-meinungen.de/blog/2026/02/17/als-ich-vor-gericht-nicht-das-letzte-wort-hatte/
Die machten hinterher auch noch eine After-Show-Party.
Kondolliere
Dicht am Thema
U.K.: ‚Ein Hauch episches Theater oder doch fieser Schauprozess?
Schauprozess? Weit gefehlt.
Es ist offenkundig das Gegenteil … handelt es sich um das Gegenstück zum Schauprozess.‘
… doch, doch, werter Hr. Kubanke, ein Schauprozess, ein ‚geplatzter Schauprozess‘. Das unterstelle ich mal rotzfrech.
Ein ‚geplatzter Schauprozess‘ beschreibt ein Gerichtsverfahren, das – obwohl ursprünglich als inszenierte Veranstaltung mit vorbestimmtem Urteil geplant – vorzeitig abgebrochen wird oder nicht das von den Machthabern [sic!] gewünschte Ergebnis liefert.
Definition: Ein Schauprozess ist eine öffentliche Inszenierung, oft in Diktaturen, [sic!] um Gegner einzuschüchtern.
Es gibt historische Beispiele; ‚DDR‘, Harich/Janka-Prozess (1957): Die Stasi inszenierte einen Schauprozess gegen kritische Intellektuelle. Obwohl die Urteile feststanden, dokumentieren Tonbandprotokolle, dass die Angeklagten nicht immer wie gewünscht gestanden, was den Schauprozesscharakter teilweise entlarvte.
… kann aber noch werden, werter U.K., müssen die Sozialisten halt noch ein wenig üben. 😉
… ich verrate Ihnen aaaber nix Neues; jede Diktatur, insbesondere eine rot-braun-grün-sozialistische, scheitert von Anbeginn. Die Historie mit seinen -zig gescheiterten Sozialismus/Kommunismus-Versuchen innerhalb der letzten 100 Jahre auf verschiedenen Kontinenten, unter verschiedenen wirtschaftlichen und kulturellen Bedingungen sind der Beweis. Nur Bekloppte sind noch der Überzeugung; beim nächsten Mal klappt ’s bestimmt!‘
Bekanntlich hat die Jury ein sofortiges AfD-Verbot abgelehnt. Es war kein Schauprozess. Frédéric Schwilden und mir gelang es, die Jury insoweit zu überzeugen:
„Dass die Geschworenen sich so weit von mir und meiner Kollegin Liane Bednarz überzeugen lassen konnten, dass die AfD nicht sofort verboten werden soll, hat mich und viele andere sehr überrascht. Und es zeigt, Argumente können doch noch überzeugen. Man muss es nur versuchen. Und nur, weil andere pöbeln, sollte man es selbst nicht tun.“
https://www.welt.de/politik/deutschland/plus6994bda66e842744e5c58bcc/prozess-gegen-deutschland-vorurteile-rassismus-sexismus-und-klassismus-und-zwar-von-links.html
Sicher waren auch Sie zur After-Show-Party eingeladen, liebe Liane Bednarz.
Selbstverständlich. So wie das bei Premieren im Theater ist. Erst recht bei einem einmaligen Stück. Ensemble & Zuschauer & Regie des Stücks. Spannende Gespräche.
Fr. Bednarz, Ihr Zitat: ‚Dass die Geschworenen sich so weit von mir und meiner Kollegin Liane Bednarz überzeugen lassen konnten, dass die AfD nicht sofort verboten werden soll, … ‚
‚ … die AfD nicht sofort verboten werden soll … au-haua-ha. Mag sein, das Martensteins ‚Plädoyer‘ vom Verbot der AfD vorerst abhielt. Für mich aaaber ist dieser Passus inszeniert, ein Nachweis eines geplatzten Schauprozesses eben.
In der ‚BRD‘ gibt es beim Schwurgericht keine Geschworenen. Schöffen sind keine Geschworenen. Im anglo-amerikanischen Rechtssystem aaaber, also Jury und Geschworene … 😉 … sähe das Urteil wohl wie aus?
Es war ein Fantasiegericht, deshalb auch die Geschworenen. Ein Theaterstück. Kunst. Kein reales Gericht nach deutschem Prozessrecht.
… na ja. Wenn das ein ‚Fantasiegericht‘ sein sollte, würde die Fairness es gebieten CDUCSUSPDFDPLINKESED auch auf die Anklagebank setzen. Ich mach‘ gern den Kläger. 😉 Das wäre dann ein Prozess gegen die ‚BRD‘-Politik. Ein Prozess gegen Deutschland, wie kolportiert, ist, zumindest fragwürdig. Meine ich.
@Hans
Theater, Hans, Theater. Verwechseln Sie es bitte nicht mit der Realität.
https://www.welt.de/kultur/theater/plus6991e9a391e70faa33106e40/bochum-und-dann-attackiert-das-publikum-den-schauspieler-der-den-faschisten-spielt.html?fbclid=IwY2xjawQEB31leHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEeB0TZXcyPXrSitPAdVupMedg_Z2AmEsdp2c99IAJIb7B8G1g_JdH-GzBlur0_aem_4pQIP9J6ra2P4OcuhFKv5g
Nachtrag zu; ‚das wäre dann ein Prozess gegen die ‚BRD‘-Politik‘. Vorsitz beim Fantasiegericht. … no comment.
… und ein Ausschnitt des Schauprozesses. (Übrigens das erste Mal, dass ich Deniz Yücel Respekt zolle.)
„Sicher waren auch Sie zur After-Show-Party eingeladen, liebe Liane Bednarz.“
sagt Bodo Walter
Und hey: in der Tat kann ich bestätigen – Überraschung – die Aftershowparty ist
f ü r
das Ensemble.
….merkste selbst…
Uund für die Theaterbesucher! Genau das hat die Aftershow-Party ja so spannend gemacht! Unmittelbarer Austausch mit dem Publikum!
Ja, Sozialismus ist diese große Kunst, in der „Ankläger“ und „Verteidiger“ ein harmonisches Ensemble bilden, lieber Ulf Kubanke.
Walther schreibt sich übrigens mit „th“.
https://starke-meinungen.de/blog/2026/02/17/als-ich-vor-gericht-nicht-das-letzte-wort-hatte/
Ja, genau, wahnsinnig inline mit der Anklage, wie Frédéric Schwilden Jean Peters, Andreas Kemper und Erik Ahners befragt hat. Und wie ich ausgebuht wurde, als ich die Gewaltbereitschaft von Teilen der Antifa ansprach. Und wie man ausflippte im Publikum, als ich den Vertreter der Linkspartei, der die Versammlungsfreiheit vorgeblich hochhielt, fragte, was er denn dazu sagt, dass linke Demonstranten die Zufahrtsstraßen zum Gründungstag der „Generation Deutschland“ blockierten. Ich muss Ihnen, Herr Walther, keine Leistungsbeweise erbringen. Wenn Sie meinen, ausgerechnet AP auf dessen FB-Seite provozieren zu wollen, und mich hier, tun Sie das, wenn Ihnen das so viel Spaß macht. Ich werde bis auf den Kommentar hiernach ab sofort nicht mehr darauf reagieren.
Bodo W. „…schreibt sich mit „th““
Sorry, ich schreibe nicht mit den Augen.
…das wissen natürlich nur jene, die den Artikel auch lesen.
🍷
Mit „ausgerechnet Alan Posener auf dessen facebook-Seite provozieren“, meinten Sie, liebe Liane Bednarz, sicher das:
https://www.facebook.com/alan.posener/posts/pfbid0qgUVNTZ3yfo8uUR7H1HChBD8BYCmUcjgdhrbXTMP2ezMrZPniiUBkF3eGFSnYL5al
Ich will Ihnen mal VERSUCHEN zu erklären, warum ich 1984 lange 9 Monate in Untersuchungshaft beim Ministerium für Staatssicherheit und anschließend in Bautzen war.
Vergessen Sie erst mal alles, was dazu in Lehrbüchern an Westberliner Gymnasien steht von „Stasi-Willkür“ und so. Ich wurde nicht verhaftet, weil da drei Offiziere gewürfelt hätten um die Frage:
„Wen vorhafd’n mor denn nu?“
Ich wurde verhaftet, weil „Provokation“ in einer Diktatur verabscheuungswürdig, wenn nicht gar strafbar ist.
Anders als in einer offenen Gesellschaft. In dieser ist „Provokation“ die (mitunter) spitzeste Spitze in der wörtlichen Auseinandersetzung.
Wie gesagt, ist ein ErklärungsVERSUCH.
https://starke-meinungen.de/blog/2026/02/17/als-ich-vor-gericht-nicht-das-letzte-wort-hatte/
Es freut mich, lieber Herr Walther, dass Sie wieder konstruktiver sind. Vorab: ich habe den allergrößten Respekt vor Ihrer Vita! Ich bin mit dem Thema aufgewachsen; meine Eltern haben heimliche Dissidenten in der DDR unterstützt. Über sehr viele Jahre. Mein Vater, Soloposaunist bei den Wuppertaler Bühnen, war eng befreundet mit Hans Hombsch, Bassposaunist der Dresdner Staatskapelle (https://www.hans-hombsch.de/). Immer wenn es Gastspiele in NRW gab, konnte er bei uns sein, manchmal brachte er andere Blechbläser mit, meine Mutter hat gekocht, damit die Spesen für den Intershop zu Hause gespart werden konnten. Jedes Telefonat war codiert, weil er und meine Eltern immer damit rechneten, die Stasi könne mithören.
Ich war vor ein paar Jahren in Bautzen. Grauenvoll. Nicht auszudenken, was Sie durchgemacht haben. Ich war schockiert, das alles vor Ort zu sehen. Ich war auch schon in Hohenschönhausen.
Was ich aber nicht verstehe – und wie gesagt, ich sehe, dass Sie konstruktiv werden – ist, dass Sie auf erst mich, dann Alan so losgehen. Einen liberaleren Geist als Alan werden Sie kaum finden. Was kann er denn für den Text unter einem Video mit ihm? Ich habe auf der Bühne drei Tage lang nachgewiesen, warum ein AfD-Verbot nicht geht, und Sie greifen mich an? Ich verstehe es nicht. Lesen Sie hier:
„Bednarz versuchte über drei Tage hinweg, das mehr als 1000-seitige Gutachten des Bundesamtes für Verfassungsschutz als unhaltbaren Schnellschuss der früheren Innenministerin hinzustellen, was ihr mutmaßlich auch gelingen sollte.“
https://www.stern.de/kultur/afd-verbot-auf-der-theaterbuehne–ein-prozess–der-eine-farce-war-37136830.html
Und ja, es gelang mir: Die Jury hat ein sofortiges Verbot abgelehnt. Ich habe minutiös erklärt, warum das juristisch nicht geht und ich es auch politisch für falsch halte. Ich will keine Gedanken verbieten, ich will mich mit Gedanken im Diskurs auseinandersetzen. Sie haben vermutlich keine Vorstellung davon, wie ich von Linken beschimpft werde für das Theaterstück, aber auch für das Interview mit Benedikt Kaiser.
Bin gespannt auf Ihre Antwort.
Ich möchte noch darauf eingehen, warum die AfD nicht als Angeklagte im „Prozess gegen Deutschland“ geladen war. Es gab schon einmal einen ähnlichen „Prozess“ von Milo Rau, und zwar 2024 in Wien gegen die FPÖ. Also mit der FPÖ auf der Anklagebank (https://www.derstandard.at/story/3000000223189/theater-reality-show-mit-frauke-petry-fpoe-bei-den-festwochen-auf-der-anklagebank). Vertigt wurde sie von Frauke Petry und Marcus Pretzell. Beim „Prozess gegen Deutschland“ blieb hingegen bewusst diffus, wer mit „Deutschland“ angeklagt ist. Zum Bsp. konnte man sich damit auch diejenigen vorstellen, die gegen ein AfD-Vebot sind oder speziell diejenigen, die es einleiten könnten, aber nicht tun,. Es saß also nicht die AfD selbst auf der Anklagebank.
Davon abgesehen wundert mich an Ihrer Kritik, dass kein AfD-Vertreter verteidigt hat (was auch andere, nicht nur Sie monieren), dass offenbar nicht gesehen wird, dass es viel objektiver und damit wirkungsvoller ist, wenn AfD-Kritiker wie Frédéric Schwilden und ich uns gegen ein Verbot ausssprechen. Dass AfD.ler das tun, ist ja klar. Bei uns hingegen war das nicht unbedingt zu erwarten. Hätte ich ein AfD-Verbot aus juristischen Gründen für notwendig gehalten, hätte ich die Verteidigung nicht übernommen. Ich halte das Verfassungsschutzgutachten tatsächlich nicht für ausreichend. Und im Schlussplädoyer habe ich den Geschworenen nochmals eindringlich gesagt, dass es hier um Recht geht und dass man das Rechtsstaatsprinzip gerade dann hochalten muss, wenn man jemanden nicht mag. Man darf sich nicht von Emotionen leiten lassen. Und Sie haben ja gesehen, dass wir die Jury davon überzeugen konnten, kein unmittelbares Verbot auszusprechen. Die Enttäuschung des größen Teils des Publikums darüber sprach für sich.
Ja, deine Ansicht.
Haben wir hier pro und Contra
Aber diese Erstsemester-Tricks des rhethorischem Giftschranks gebe ich mir natürlich nicht.
Denn du vermeidest
Auf mich einzugehen
Aber denn man tau
Es war eine Werbeveranstaltung mit dem Zweck der Verharmlosung der AfD.
War es weder noch. Ich empfehle dieses Interview mit dem Regisseur Milo Rau, der definitiv keinen solchen Zweck verfolgte:
https://www.swr.de/kultur/buehne/milo-rau-inszeniert-afd-verbotsverfahren-am-thalia-theater-100.html
Ganz generell zu Milo Raus Haltung sollte man dieses Interview anhören: https://www.deutschlandfunkkultur.de/historische-zaesur-oesterreich-steht-vor-fpoe-gefuehrten-regierung-dlf-kultur-05abacc4-100.html
Wie soll ich denn da ins Gespräch kommen?
Hast du den Artikel überhaupt gelesen?
Tja…
‚Sag mir, mit wem du gehst, und ich sage dir, wer du bist‘
Wiki, u.a., über Rau:
… ‚linksradikaler Kulturbetriebler‘ der ’sich als zuverlässige Stütze des Bestehenden‚ erweise
… ‚predigt‘ einseitigen Antikapitalismus, für den ‚der kapitalistische Westen auf die Anklagebank‘ gehöre, während er vergleichbare Missstände im Realsozialismus oder vormodernen Gesellschaften übersehe.
… ein ‚wenig originelles, aber wirkmächtiges ideologisches Weltbild‘ … ‚Regisseur mit durchaus begrenzter historischer Bildung‘
Schweizer Käse also. Warum wohl wundert mich Raus Machwerk nicht wirklich?